22.11.2019 – Start der Serie „Carnival Row“

Fantasy/Krimi mit Steampunk-Anklängen.

Unterschiedliche Fantasywesen müssen vor Krieg und Verfolgung fliehen und finden Zuflucht in der The Burgue – einem viktorianischen Parallelwelt-London voller politischer Ränke, Elend und Dekadenz. Zuflucht, aber auch Ausgrenzung, Ausbeutung und Rassismus.

In der Stadt entstehen infolgedessen zunehmend politische und ethnische Spannungen zwischen menschlichen Einwohnern und Flüchtlingen.
Eine bestialische Mordserie an den Migranten ruft Inspektor Philostrate auf den Plan – Kriegsveteran und Kriminalkommissar. In einer von rassistischen Hetzern politisch aufgewühlten Gesellschaft sucht er den Serienkiller und kommt dabei seinem eigenen dunklen Geheimnis immer näher…
Erster Eindruck: Interessantes Thema, dunkelgraues Setting. Die Bösen sind böse und der Gute ist edel und gut! Bei der Flucht rennen die geflügelten Feen und werden von den Kugeln der ungeflügelten Verfolger niedergemetzelt – die letzte Fee kann aber dann doch über die Klippe fliegen. Der typische angloamerikanische Sprachduktus, nach zwei Worten eine bedeutungsvolle Pause zu machen, wurde in der deutschen Synchro übernommen, was wegen anderer Grammatik unschön zum Anhören ist.
Ah, fast vergessen: Die Romanze ist von Anfang an angelegt und unvermeidlich …Aber mal weiterkucken …
Carnival Row im Stream auf Amazon Prime.
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Alle Folgen gesehen:
„Carnival Row“ ist bei allen teil expliziten Darstellungen kein reißerischer Actionthiller, sondern ein Fantasydrama mit einer ordentlichen Portion Romantik. Dabei wird nicht auf sich überschlagende Plots gesetzt mit nervenzerfetzenden Cliffhangern, sondern auf ein durchdachtes Worldbuilding mit nachvollziehbaren Handlungssträngen, die letztlich zu einer spannenden Geschichte zusammenwachsen.

Natürlich ist nicht alles rundherum gelungen: Manches ist mir zu holzschnittartig, der Gute etwas zu edel, und die Romanze gleich mit Beginn etwas zu im Vordergrund. Aber mit der Erschaffung einer fremdartigen Welt mit detailverliebten Ausstattung und interessantem Personal kann die Fantasy-Noir-Serie „Carnival Row“ punkten – und auch mit der politischen Botschaft, die in der letzten Folge auf die erschreckende Spitze getrieben wird. Die Message ist dabei nicht aufgesetzt, sondern generischer Bestandsteil der Story.

Das dies nicht jedem schmeckt, wie manche Kommentare auf Amazon vermuten lassen, ist nicht überraschend. Aber für all jene, die eine einfache Realitätsflucht-Kost suchen, bietet ja Amazon auch eine große Auswahl.

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