Anthologie zum Ulrich-Grasnick-Lyrikpreis

Der Ulrich-Grasnick-Lyrikpreis wird jährlich an zwei AutorInnen für ein Gedicht in deutscher Sprache mit hohem künstlerischem Anspruch vergeben. Diese und andere ausgewählte Wettbewerbsbeiträge werden im Anschluss veröffentlicht.
2018 erschien die Anthologie „Wenn wir den Atem anhalten“ zum Ulrich-Grasnick-Lyrikpreis 2017.
Ich bin vertreten mit meinem Gedicht:
qr-code. evolution

 

qr-code. evolution

am anfang die 21cm ­linie wasserstoff h1.
aus semiotik­strings und akronym­atomen
wächst evolution in den an/aus­habitaten
zu flächigen, dann räumlichen matrizen,
durch paste&copy, fehlertoleranz und fehlerkorrektur.

geladene bytes aus dem hintergrundrauschen
kondensieren, masahiro­inhalte im abiotischen präsens
formen biome der redundanz.

der weißschwarzen dekonstruktion
muster endlich, ist ein lebenslicht sich
– tatsächlich, unterschiedlich, orientiert ­
im feuchtbrachen milieu.

leben als wesung, verwesung, vermehrung, verwendung.
in digitalen wattlandschaften und mischwaldsymbolen,
strömt subjekt zu objekt zu subjekt:
codegedanken im quadrat.

überall werden kreaturen
in begriffsbiotopen und bedeutungsmemen
wachsen biome von einsen und nullen in raum und zeit
– und wellen der poesie.

formen ein synonym der räume, der träume
vernetzen abreviaturen binärer notenschriften des seins
und – jetzt gib acht! im aufrechten gang
herr der bitbiome und bezeichnungsbiotope.

so wird auch dann eine Rose auch eine Rose
werden licht und schatten zu endemischen fraktalen
manifest in der codierung nichteuklidischer vektoren
als code im code im code.

//hypertext und #hashtag
ergreifend, raumgreifend,
die ganze welt im subnet, planetar.

dann der griff nach den sternen,
der schritt in den kosmos,

singularität!

DAS ALIEN TANZT POLKA

Neue SF und Fantastik aus einem heiteren Universum

Weltuntergangsszenarien gibt es in der Science-Fiction zuhauf, Prognosen für eine düstere Zukunft liefert schon die Gegenwart. Fantastische Literatur behandelt eher ernste Themen, Horror ist per se grausam.

»Das Alien tanzt Polka« präsentiert das Gegenteil und setzt damit die Reihe der tanzenden Aliens – konkret und übertragen – fort. Die Geschichten der Anthologie sind lustig, heiter bis komisch, skurril, obskur oder absurd. 

Meine Short-Story „Eine Geschichte mit Zeit“ ist eine Variante des sogenannten „Großvaterproblems“ und streift mit einer Referenz an Steven Hawking Theorien von Parallelwelten und Multiversen.

„…
Kurz bevor Kurt wieder zu seiner Geschichte zurückkehren

wollte, drängte sich eine andere Schlagzeile über den Rand seiner Brille in sein Bewusstsein: „Hawkings letzte Arbeit beweist Multiversen!“.
Sapperlot, nun also doch. Eigentlich war für Kurt die Existenz von
Paralleluniversen schon längst zur Gewissheit geworden,
denn irgendwohin müssen ja die Socken aus der Waschmaschine
verschwinden. Aber von Hawking bewiesen, das ist dann doch
noch einmal eine andere Hausnummer.
…“

Die Anthologie kann im Buchhandel oder über den Versandhandel bezogen werden: