Das Schwarz umarmen

Die Nacht ist länger als du denkst mein Freund,
da ist kein Streif am Horizont
das Morgenrot, ach fern.
Bleibt nur: Das Schwarz umarmen bis die Dunkelheit
im Funkenflug zerbirst und Sterne schlägt
.
Helium und Wasserstoff – was ist dabei …

Dance Steps

Shiva, der Göttliche, ballte die Faust und drückte mit der Schwerkraft ganzer Galaxien auf die Materie im Zentrum des Clusters. Unter der massiven Gravitation kollabierten Galaxien wie platzende Seifenblasen und verschmolzen Schwarze Löcher. Ungeheure Strahlungstürme fegten durch das All, Gravitationswellen brandeten auf und verbogen Raum und Zeit.
Milliarden Sterne barsten, Abermilliarden von Planeten verglühten und Tausende Zivilisationen starben im Feuersturm. Augenblicklich, dem Ereignishorizont folgend, sank über Megaparsec hinweg die Hubblekonstante, Abbremsparameter wurden positiv – die Ausdehnung des Universums verlangsamte sich.

––*––

Martin Grünklee sitzt im Café und lässt seinen Gedanken freien Lauf. Dance Steps weiterlesen

Bunkerprogramm

Stimmung, Schunkeln, Bunkerprogramm
Taktisch in der Sommernacht, Glas Frankenwein
Kernwaffenambiente im August

Auslösen. Strategisch dosiert
Fischköstlichkeiten im flexible response
Trägersysteme von der Sektbar.
Nuklearschlag

Die unvorstellbare Sprengkraft vom weißen Rödelseer
Overkill unterm Sternenzelt

 

Das Alien tanzt Kasatschok

Cover von Das Alien tanzt Kasatschok

SF und Fantastik aus einem heiteren Universum.
Anthologie im Verlag p.machinery

Weltuntergangsszenarien gibt es in der Science-Fiction zuhauf, Prognosen für eine dunkle Zukunft liefert schon die Gegenwart. Fantastische Literatur behandelt eher ernste Themen, Horror ist per se grausam. »Das Alien tanzt Kasatschok« präsentiert das Gegenteil. Die Geschichten sind lustig, heiter bis komisch, skurril, obskur oder absurd.

Meine Kurzgeschichte darin über die Absurditäten eines außer Kontrolle geratenen smarten Kühlschranks:
„Sagen Sie ‚ok‘, wenn Sie mit den Bedingungen einverstanden sind“

Drei Beiträge zur Ausschreibung des Ulrich Grasnick Lyrik Preises 2017

#hexadezimal

Lüstern und zärtlich in Gedanken
und Händen an deiner Mitte entspringt
ein Strom an leiblichen Farben

Tiefgelb deine Brust, weich und #hexadezimal
dunkelwarmgrün der Schoß, großartig blau
– sinnliche Farbräume

ans Delta meiner Lust die Liebe synästhetisch
Du kannst die Bilder nicht spüren, du schläfst
Ich kann uns da nicht heilen durch Handauflegen

 


 

Beschränkte Pigmente im Wesentlichen

zerrieben und eingesunken
in großräumige Becken für alle Arten von Licht
schimmernde Flächen wasserlöslicher, wellenlängenabhängiger Gefüge
.
Spät, aus der Dehnung der Entität,
aus Nahtstellen hunderter orografischer Schollen
Erdbebenlinien der Seelentektonik

bricht ein Bild

zu Schwerpunkt und Bewegung,
Millimeter, Schatten, lichtoptische Erscheinungen oberhalb der Farben
Nur beschränkte Pigmente im Wesentlichen,
ultraviolette, transparente: Das Verständnis liegt im Auge

als sichtbare Störung, Auffaltung
Papier im Kontext ausgehender Strahlen

 


 

qr-code. evolution

am anfang die 21cm ­linie wasserstoff h1.
aus semiotik­strings und akronym­atomen
wächst evolution in den an/aus­habitaten
zu flächigen, dann räumlichen matrizen,
durch paste&copy, fehlertoleranz und fehlerkorrektur.

geladene bytes aus dem hintergrundrauschen
kondensieren im abiotischen präsens
formen biome der redundanz.

der weißschwarzen dekonstruktion
muster endlich, ist ein lebenslicht sich
– tatsächlich, unterschiedlich, orientiert ­
im feuchtbrachen milieu.

leben als wesung, verwesung, vermehrung, verwendung.
in digitalen wattlandschaften und mischwaldsymbolen,
strömt subjekt zu objekt zu subjekt:
codegedanken im quadrat.

überall werden kreaturen
in begriffsbiotopen und bedeutungsmemen
wachsen biome von einsen und nullen in raum und zeit
– und wellen der poesie.

formen ein synonym der räume, der träume
vernetzen abreviaturen binärer notenschriften des seins
und – jetzt gib acht! im aufrechten gang
herr der bitbiome und bezeichnungsbiotope.

so wird auch dann eine Rose auch eine Rose
werden licht und schatten zu endemischen fraktalen
manifest in der codierung nichteuklidischer vektoren
als code im code im code.

//hypertext und #hashtag
ergreifend, raumgreifend,
die ganze welt im subnet, planetar.

dann der griff nach den sternen,
der schritt in den kosmos,

singularität!

James Tiptree Jr. – ein Leben im Extrem (Fact)

James Tiptree Jr. – ein Leben im Extrem
Download, PDF, 25 Seiten
Mit einem einführenden Kapitel zu Depression und Bipolarer Erkrankung
Artikel in „Science-Fiction trifft Medizin“

Vom 12. bis zum 14. August 2016 fand in Oldenburg der MediKonOne statt.
MediKonOne war eine Synthese aus der jährlichen Convention des Science-Fiction-Clubs Deutschland (SFCD) und einem medizinischem Kongress. Dabei wurden aktuelle und zukünftige medizinischen Fragestellungen diskutiert, unter anderem:

  • Wo entwickelt sich die Medizin die nächsten Jahre und Jahrzehnte hin?
  • Welche Technologien werden eingesetzt?
  • Wird es neue Medikamente geben?
  • Und: Darf die Medizin alles, was sie kann?

Die Fachbeiträge der Convention wurden im Magazin „Science-Fiction trifft Medizin“ zusammengefasst.
Mein Beitrag mit biografischen Inhalten und Werkverweisen befasst sich mit James Tiptree Jr., unter einem spezifisch medizinischen Aspekt.
Denn James Tiptree Jr. war zeitlebens manisch-depressiv – medizinisch korrekt heißt die Erkrankung Bipolare Störung. Es war eine schwere Erkrankung, die letztlich zum Tode von James Tiptree Jr. führte.  Neben vielen Quellen ist vor allem Julie Phillips Biografie „James Tiptree Jr. Das Doppelleben der Alice B. Sheldon“ hervorzuheben.

Anlässlich des Kongresses wurde eine Science-Fiction-Anthologie herausgegeben: Hauptsache gesund!
Unter anderem ist auch eine Kurzgeschichte von mir darin veröffentlicht.

 

 

 

Tausche den Tod

Die Kurzgeschichte „Tausche den Tod“ wurde in der SF-Anthologie „Hauptsache gesund“ veröffentlicht.

Anthologie: Hauptsache gesund!
bei Amazon mit Blick ins Buch oder im Buchhandel

„Tausche den Tod“ erzählt die Geschichte eines Manisch-Depressiven/Bipolaren, der – gefangen in einer medizinischen Versuchsstation – ein kosmisches Rätsel lösen muss, um die Welt zu retten …

 

Alle Kurzgeschichten der Anthologie thematisieren Fragen zur künftigen Entwicklung der Medizin:

Kann der Tod besiegt werden? Hat das überhaupt Sinn? Wird Gesundheit zu einem Luxus, der die Menschheit spalten wird? Oder ist gesundes Leben in der Zukunft selbstverständlich und kostenfrei? Wie sehen neue Therapien aus? Wird sich der Mensch an lebensfeindliche Umgebungen anpassen? Haben Klone Rechte? Und wenn ja, welche? Gibt es im Jahr 2500 noch Mann und Frau? Wie werden unsere Kinder aussehen? Und wer entscheidet das? Wird der Mars eine planetenweite Kurklinik? Und wird Unsterblichkeit wirklich Spaß machen? — — Das Feld der Themen ist ein weites, und die in diesem Band vertretenen Autoren haben einige Furchen eindrucksvoll beackert. Und gleichgültig, was die Zukunft der Medizin uns bringen wird – es bleibt die »Hauptsache gesund«.