Dance Steps

Shiva, der Göttliche, ballte die Faust und drückte mit der Schwerkraft ganzer Galaxien auf die Materie im Zentrum des Clusters. Unter der massiven Gravitation kollabierten Galaxien wie platzende Seifenblasen und verschmolzen Schwarze Löcher. Ungeheure Strahlungstürme fegten durch das All, Gravitationswellen brandeten auf und verbogen Raum und Zeit.
Milliarden Sterne barsten, Abermilliarden von Planeten verglühten und Tausende Zivilisationen starben im Feuersturm. Augenblicklich, dem Ereignishorizont folgend, sank über Megaparsec hinweg die Hubblekonstante, Abbremsparameter wurden positiv – die Ausdehnung des Universums verlangsamte sich.

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Martin Grünklee sitzt im Café und lässt seinen Gedanken freien Lauf. Dance Steps weiterlesen

Das Alien tanzt Kasatschok

Cover von Das Alien tanzt Kasatschok

SF und Fantastik aus einem heiteren Universum.
Anthologie im Verlag p.machinery

Weltuntergangsszenarien gibt es in der Science-Fiction zuhauf, Prognosen für eine dunkle Zukunft liefert schon die Gegenwart. Fantastische Literatur behandelt eher ernste Themen, Horror ist per se grausam. »Das Alien tanzt Kasatschok« präsentiert das Gegenteil. Die Geschichten sind lustig, heiter bis komisch, skurril, obskur oder absurd.

Meine Kurzgeschichte darin über die Absurditäten eines außer Kontrolle geratenen smarten Kühlschranks:
„Sagen Sie ‚ok‘, wenn Sie mit den Bedingungen einverstanden sind“

Tausche den Tod

Die Kurzgeschichte „Tausche den Tod“ wurde in der SF-Anthologie „Hauptsache gesund“ veröffentlicht.

Anthologie: Hauptsache gesund!
bei Amazon mit Blick ins Buch oder im Buchhandel

„Tausche den Tod“ erzählt die Geschichte eines Manisch-Depressiven/Bipolaren, der – gefangen in einer medizinischen Versuchsstation – ein kosmisches Rätsel lösen muss, um die Welt zu retten …

 

Alle Kurzgeschichten der Anthologie thematisieren Fragen zur künftigen Entwicklung der Medizin:

Kann der Tod besiegt werden? Hat das überhaupt Sinn? Wird Gesundheit zu einem Luxus, der die Menschheit spalten wird? Oder ist gesundes Leben in der Zukunft selbstverständlich und kostenfrei? Wie sehen neue Therapien aus? Wird sich der Mensch an lebensfeindliche Umgebungen anpassen? Haben Klone Rechte? Und wenn ja, welche? Gibt es im Jahr 2500 noch Mann und Frau? Wie werden unsere Kinder aussehen? Und wer entscheidet das? Wird der Mars eine planetenweite Kurklinik? Und wird Unsterblichkeit wirklich Spaß machen? — — Das Feld der Themen ist ein weites, und die in diesem Band vertretenen Autoren haben einige Furchen eindrucksvoll beackert. Und gleichgültig, was die Zukunft der Medizin uns bringen wird – es bleibt die »Hauptsache gesund«.

 

Fenster zum Hof

Ich berühre das Fenster und blicke in den Hof. Die Zeit läuft.
Menschen wie in Langzeitbelichtung, die Bäume breite, grüne Flächen – der Wind, das Rot der Trümmer teils verwaschen.
Ich nehme die Hand vom Glas. Stopp. Rechts öffnet eine eingestürzte Mauer den Blick in den Himmel und zu den alten Pappeln des Parks. Frauen sortieren die noch brauchbaren roten Ziegel aus und bearbeiten sie für die Wiederverwertung.
Der Innenhof ist teilweise schon geräumt. Bettlaken blähen sich auf improvisierten Wäscheleinen, ein alter Mann sitzt auf den Steinen und schaukelt einen Kinderwagen – Wiederaufbau, Juni ’47.
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Rising Star

„Bislang ist die Frage von Zeitreisen offen.
Ich werde darauf jedoch nicht wetten.
Mein Gegner könnte ja den unfairen Vorteil haben,
die Zukunft zu kennen.” Stephen Hawking

Ausrüstung, Wohncontainer und Nahrungspakete poppten in der Savannenlandschaft auf. Erst danach materialisierten die drei Mitglieder des Explorationsteams.
“Ellen, auf elf Uhr!” Karl flüsterte gepresst. Ellen erfasste eine Gruppe Raubkatzen am Dradis.
“Löwen, sie haben uns nicht bemerkt. Sind in Bewegung, trollen sich von uns weg.”
Nach ein paar Minuten war das Rudel am Horizont verschwunden, das Team atmete auf. Es hätte schlimmer kommen können.

Vor ihnen öffnete sich einer der vielen Eingänge zu den Sterkfontein-Höhlen. Das ausgedehnte Höhlensystem lag 50 km nordwestlich von dem, was dereinst Johannisburg werden wird – oder war, je nach Sichtweise.

“Mailin”, Ellen deutete auf das Messgerät an der Hand der Chinesin, “wie sind unsere Zeitparameter?” Mailin glich die Anzeigen ab.
“Abweichung von plus 5%, das sind 80.000 Jahre weiter zeitab.”
“Nicht optimal”, brummte Karl, “aber noch im Rahmen”.
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Tränen im Staub

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Karl schälte sich langsam aus seinen Träumen. Regen. In Böen prasselten die Tropfen an das Fenster. Aber selbst in der Dämmerwelt vor dem Erwachen wusste er: das konnte nicht sein, das war nur eine Chimäre.

Am Waschtisch: Ein halber Liter Wasser, Waschlappen und wenig Seife, biologisch abbaubar. Brauchwasser musste er sparen, das Monatskontingent war fast aufgebraucht. Auch das Trinkwasser wurde zum Monatsende immer knapp.

Er machte sich auf den Weg. Karls schneller Schritt lies Staubfontänen aufsteigen. Tränen im Staub weiterlesen